Versuchte schwere Körperverletzung; Landesverweisung, Ausschreibung im SIS
Zusammenfassung
Sachverhalt
Der Beschwerdeführer wurde erstinstanzlich wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt; von einer Landesverweisung wurde zunächst abgesehen. Auf Berufung des Privatklägers und Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft erhöhte das Obergericht die Strafe, verlängerte die Probezeit und ordnete eine Landesverweisung von fünf Jahren mit Ausschreibung im SIS an. Vor Bundesgericht machte der Beschwerdeführer geltend, die Anschlussberufung sei dahingefallen, eventualiter sei wegen eines persönlichen Härtefalls von der Landesverweisung abzusehen.
Erwägungen
Das Bundesgericht hielt fest, dass ein Rückzug oder eine Beschränkung einer Berufung klar und ausdrücklich erfolgen muss; aus dem Verhalten des Privatklägers ergab sich kein eindeutiger Rückzug hinsichtlich des Schuldpunkts, weshalb die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft wirksam blieb. Die versuchte schwere Körperverletzung ist eine Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB und führt grundsätzlich zur obligatorischen Landesverweisung. Einen schweren persönlichen Härtefall verneinte das Gericht wegen fehlender besonderer Integration in der Schweiz, ungenügender sprachlicher und wirtschaftlicher Eingliederung, erheblicher Verschuldung sowie bestehender Bindungen und Reintegrationsmöglichkeiten in Serbien. Auch unter dem Blickwinkel von Art. 13 BV und Art. 8 EMRK überwogen die öffentlichen Interessen an der Fernhaltung, namentlich wegen wiederholter Delinquenz, Gewaltbereitschaft und ungünstiger Legalprognose.
Entscheid
Die Beschwerde wurde abgewiesen. Die Landesverweisung von fünf Jahren samt Ausschreibung im SIS sowie das obergerichtliche Strafurteil blieben bestehen.
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